Deine Meinung: (Absolventen der Maria-Ward und Paul-Winter Realschulen)

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Ein Interview mit: Sara Hutter, Nuria Fischer, Julia Lehner, David Fischer, Nicolai Neuber und Lucas Pallmann.

Wie habt ihr eure Feiern erlebt?
~ Wir selbst waren nur bis 17:00 Uhr da, wir wollten alle aufs Schlossfest, und wegen den ganzen Bierduschen natürlich vorher nochmal nach Hause, duschen und umziehen. Danach waren dann nur noch Leute von außerhalb oder auch 8. und 9. Klässler da. Insgesamt waren auch viele Leute da, die eigentlich gar nicht feiern wollten und auch nichts getrunken haben, sondern eigentlich nur den Stress gesucht haben. Die Schlägereien, von denen die Presse berichtet hat, waren vielleicht ein paar kleinere Raufereien außerhalb des wesentlichen Geschehens. Was uns auch aufgefallen ist, ist, dass wirklich sehr wenig Security da war, wir haben auf die vielen Schüler gerade zwei Männer vom Ordnungsamt gezählt.
Schade war dann noch, dass der Müllcontainer falsch platziert war, er stand anfangs auf der falschen Wiese und später sogar auf dem Parkplatz vom Brandlbad, dass da niemand wegen nur einen Flasche hinläuft war irgendwie verständlich. Früher, als die Feiern noch am Hofgarten waren, stand der Müllcontainer in der Mitte, da wurden dann der Müll sofort weggeschmissen, und wenn nicht, wurden die Schüler vom Ordnungsamt dazu aufgefordert.

Wenn ihr die Vorfälle in zwei Aussagen knapp zusammenfasst?
~ Es war unser gemeinsames Verschulden, Stadt und Schüler.
~ Die Presse hat sehr übertrieben.

Denkt ihr, nach den „Eskalationen“ war das Verbot sinnvoll?
~ Also im ersten Moment ist es vielleicht schon nachvollziehbar. Allerdings denken wir, dass das langfristig keine Lösung sein kann. Die Schüler feiern trotzdem, egal ob Verbot oder nicht. Die Abschlussschüler werden sich auch bestimmt wieder in der Stadt verabreden. Durch das offizielle Verbot zerklüftet das dann aber alles, alle Feiern gezielt zu stoppen halten wir für nicht realisierbar. Wenn sich dann aber viele Feiernde in der Stadt verteilen, wird der Müll und das Chaos nur noch mehr. Noch dazu kommt, dass bis jetzt auch immer das Jugendparlament dabei war und Wasser und Semmeln verteilt hat, was von Bäckern und Metzgern der Stadt gespendet wurde, das war zwischendurch zum ausnüchtern sehr gut. Solche Aktionen können dann nicht mehr veranstaltet werden.

Wie sah denn bei euch an den Schulen dann das Krisenmanagement aus? Habt ihr etwas unternommen, als klar war, dass die Feiern verboten werden?
~ Ja, also wir an der Maria Ward hatten ein Gespräch mit dem unserem Schulleiter, dem Herrn Kaiser und mit dem Pressesprecher der Stadt, Bernhard Mahler.
~ Bei uns an der Paul Winter Realschule haben wir mit unseren Klassenleitern darüber gesprochen. Am Ende haben wir alle, also beide Realschulen angeboten, den Müll wieder aufzuräumen, aber bis das durchgedrungen ist, hat die Stadt schon aufräumen lassen.

Wenn ihr jetzt ein – wenn auch etwas utopisches – Konzept aufstellen müsstet für die kommenden Jahre, wie würde das aussehen?
~ Auf alle Fälle bräuchten wir einen abgegrenzten Bereich, also egal wo, aber es muss kontrolliert werden können, wer Zutritt zur Feier hat und wer nicht. Da wären wir schon beim nächsten Punkt. Wir brauchen unbedingt mehr Sicherheitspersonal! Zwei Männer für ungefähr 200 feiernde Schüler ist einfach zu wenig, auch wenn ab und an die Polizei vorbeischaut. Am Eingang braucht es dann Alkohol Kontrollen, damit die Jugendlichen unter 18 keinen harten Alkohol einschmuggeln können, und Taschenkontrollen insgesamt wären sinnvoll. Vielleicht verteilt man an den Schulen schon, an die Schüler, die gerade aus dem Prüfungsraum kommen Bändchen, welche einem Zutritt zum Feiergelände verschafft. So kann sichergestellt werden, dass wirklich nur die Schüler feiern, die auch „feierberechtigt“ wären. Denn mit seinen Freunden kann man dann ja mal extra weggehen. Dann wären da natürlich noch die Müllcontainer, diese (mehrere!) sollten taktisch klug aufgestellt sein. Eine große Bereicherung wäre dann noch so etwas, wie eine Ausnüchterungsstation. Direkt angeschlossen an die Station der Sanitäter. Ein festes Ende würden wir auch fordern. Früher am Hofgarten hieß es auch, um 3 Uhr ist Schluss und dann wurden die Schüler nach Hause geschickt, das würden wir uns bei unserem Konzept auch wünschen.

Nun gibt es ja eine Arbeitsgruppe, die sich genau mit diesem Thema beschäftigt, um ein Konzept zu finden. Glaubt ihr, dass das etwas bringt?
~ Erst mal finden wir es super, dass erst mal wieder darüber geredet wird, dass wir wieder feiern dürfen. Allerdings finden wir es sehr schade, dass wir als Schüler total außen vor gelassen wurden. Wir hoffen, dass die Schülersprecher im nächsten Schuljahr mit einbezogen werden.

Wenn ihr unser ganzes Gespräch nun noch mal zusammenfasst, was wollt ihr der Arbeitsgruppe abschließend vielleicht noch mit auf den Weg geben?
~ Das Verbot war eine vorschnelle Entscheidung, warum nimmt man Stellung in der Öffentlichkeit ohne vorher mit uns zu reden?
~ Deswegen würden wir gerne mehr miteinbezogen, wir plädieren darauf, dass in Zukunft die Konzeptplanungen zusammen mit den Schülern stattfindet und nicht über ihren Kopf hinweg.

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