Deine Meinung: Bernhard Mahler, (Pressesprecher der Stadt Neuburg)

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Wie hast du denn die Feiern miterlebt und wie sah dann der Entscheidungsprozess von Seiten der Stadt aus, sodass die Feiern verboten wurden?

BM: Man sagt ja immer, dass die Feiern schon eine unglaublich lange Tradition haben und nicht mehr wegzudenken sind. Dazu sollte man aber schon wissen, dass die Abschlussfeiern im Hofgarten erst ca. 10 bis 15 Jahre bestehen. Alle Jahrgänge davor haben sich selbständig eigene Feiern organisiert. Ich sage das deshalb, weil jetzt oftmals nach Alternativen gefragt wird.

Nachdem sich die Zusammenkünfte im Hofgarten in Sachen Lautstärke, Alkoholkonsum und Müll ziemlich zugespitzt haben, hat sich glücklicherweise das Jugendparlament miteingebracht. Es wurde deutlich besser, hat sich aber über gerade über die letzten Jahre wieder zugespitzt. Vor allem im letzten Jahr und heuer wurden aus den Feiern für die jeweiligen Absolventen allgemeine Partys für alle Jugendlichen. D.h. dass relativ viele die Gelegenheit genutzt haben, um auf alle Feiern zu gehen und quasi eine ganze Woche durchzufeiern.

Was uns dann dieses Jahr aber bewogen hat, die künftigen Feiern in dieser Form zu verbieten, hat bei den „Donauspringern“ bereits während der Woche angefangen. Wer von der Donaubrücke springt, begibt sich grundsätzlich in Lebensgefahr, weil dort nach wie vor die Trümmerreste der alten Brücke aus dem Krieg am Grund liegen. Die Polizei wertet einen Donausprung sogar als Selbstmordversuch und liefert Personen, die das probieren zur Vorsorge in die Psychatrie ein.

Und dann kam da der 30. Juni an der Brandlwiese. Die Fläche war als Ausweichplatz vereinbart um ein Aufeinandertreffen mit dem Schloßfesteinzug zu vermeiden. An diesem Tag kamen dann mehrere Sachen zusammen: Zuerst einmal sind die Jugendlichen heutzutage vernetzt. Dadurch kamen zu den Feiern auch viele junge Leute von außerhalb, die mit dem eigentlichen Schulabschluss nichts zu tun hatten. Unsere Schätzungen liegen bei 400 bis 500 Feiernden, was die Anzahl der Abschlussschüler natürlich weit übersteigt. Zwei Männer vom Kommunalen Ordnungsdienst waren vor Ort und waren und waren laut Protokoll über weite Strecken damit beschäftigt, Rangeleien und Schlägereien zu unterbinden.

Das Ergebnis dieser Feier auf der Brandlwiese war erschreckend. Müll, leere Schnapsflaschen und vor allem hunderte Glasscherben haben den Bolzplatz – eine städtische Freizeitanlage – geradezu übersäht. Der ganze Platz glich einem Trümmerfeld und das obwohl ein großer Müllcontainer bereitgestellt war. Ich habe bei einem Rundgang am Tag danach sogar noch Mädchenunterwäsche und zerrissene Prüfungsunterlagen gefunden.

Ein weiterer wichtiger Grund, warum wir die Feiern nicht weiter verantworten konnten waren Jugendliche, die an diesem Tag in der Donau schwimmen waren und offenbar stark angetrunken abgetrieben sind. Passanten sind in die Donau gesprungen und haben die Kids wieder an Land gezogen und dabei wahrscheinlich Schlimmeres verhindert. Schließlich ist festzuhalten, dass laut Krankenhausbericht an diesem Tag insgesamt sieben Jugendliche wegen einer Alkoholvergiftung eingeliefert werden mussten, zwei Mal musste sogar der Krankenwagen gerufen werden.

Fast man all das zusammen, ist festzuhalten, dass an diesem Tag Jugendliche ab einem Alter von 15 Jahren harten Alkohol konsumiert haben, sich in der Donau in Lebensgefahr gebracht und eine Freizeitanlage vollkommen vermüllt und damit unbrauchbar gemacht haben. Allein das Entfernen der spitzen Scherbenreste hat einen kompletten Bauhoftrupp einen ganzen Tag beschäftigt.

Der Oberbürgermeister konnte gar nicht anders, als diese Art von Feiern auf öffentlichem Grund für die Zukunft zu verbieten. Das mag für den ein oder anderen wie eine vorschnelle Trotzreaktion wirken, beruht aber allein auf den sicherheitsrechtlichen Aspekten. Man kann als OB nicht dulden, dass Kinder Schnaps trinken, in Lebensgefahr geraten und Sachbeschädigungen verursachen, die von der Allgemeinheit getragen werden müssen. Das muss jeder verstehen.

Ich bin der festen Überzeugung, dass es absolut notwendig war, hier jetzt ein deutliches Zeichen zu setzen und klar zu machen, dass es so nicht funktioniert. Gleichzeitig denke ich, dass es wichtig ist, sich mit allen Beteiligten an einen Tisch zu setzen und nach gemeinsamen Lösungen zu suchen.

Dabei lege ich größten Wert darauf, dass die jungen Leute in Verantwortung genommen werden. Klar darf gefeiert werden, aber bitte so, dass nicht andere darunter leiden müssen und andere für die negativen Auswirkungen der Feier aufkommen müssen.
Meiner Überzeugung nach wäre es ein völlig falsches Zeichen für junge Menschen, sie aus jeglicher Verantwortung zu nehmen. So funktioniert auch das Berufs- oder Familienleben nicht. Alles andere wäre die völlig falsche Vorbereitung auf das Leben.

Mein Fazit:

Abschlussfeiern ja, aber nicht in der bisherigen Form auf öffentlichen Plätzen. Selbst organisieren, selbst Verantwortung übernehmen, frei und losgelöst feiern.

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Deine Meinung: Caro Hoffmann (Absolventin der Wirtschaftsschule)

Banner Homepage_weißWie hast du die Feiern erlebt? Hast du von den Ausschreitungen etwas mitbekommen?
CH: Ja, ich war auch dabei und habe gefeiert, ich habe auch getrunken, aber zu uns kam immer diese eine Herr und hat alle leeren Flaschen mitgenommen, selbst den Kasten. Aber was ich ehrlich gesagt etwas komisch finde, ich habe nicht mal diesen Container gesehen und andere meinten er stand sogar hinter der Absperrung. Genauso es wurde angeblich geschlägert – mir wurde das alles nur erzählt! – selber gesehen hab ich nichts.

Gab es dann ein festes Feierlimit, also dass ihr zu einer bestimmten Uhrzeit praktisch gehen musstet?
CH: Nein, so ein Limit gab es soweit ich weiß nicht, ich war bis ca. 16:30/17:00 da. Danach wollte ich einfach nach Hause und mich duschen.

Glaubst du, dass die Presse hier auch etwas übertrieben hat? Es wurde ja was von Feld der Verwüstung geschrieben, das hat für Außenstehende doch ein schlechtes Bild auf die Feiern gegeben.
CH: Ja, leider finde, dass die Medien meistens übertreiben. Klar, es ist aber auch selbstverständlich, dass da Müll bleibt, also komplett sauber war es danach nicht, da gebe ich ihnen recht. Aber ich finde, es hat doch nichts mit den Altersgruppen zu tun, sondern des wäre bei Erwachsenen genauso gut möglich gewesen. Was ich da auch richtig schade fand war, als dann der Bericht vom Schlossfest hab, dass der Müll, der da war, von denselben Jugendlichen gewesen wäre. Dazu gab es aber keine Beweise!

Als bekannt war, dass die Feiern verboten worden sind, habt ihr als Schüler etwas dagegen unternommen? Ist an eurer Schule darüber gesprochen worden?
CH: Das Problem ist, wie sollen wir da etwas unternehmen? Wir können über facebook unsere Meinung äußern, aber ich glaube nicht, dass der Bürgermeister uns zuhören würde, weil die Schuld eh gern auf uns geschoben wird.

Wie denkst du, hätte dein letzter Prüfungstag ausgesehen, wenn es bei uns in Neuburg keine solchen offiziell genehmigten Feiern gäbe?
CH: Ich glaube es hätten sich lauter kleine Gruppen in der kompletten Stadt gebildet und dann wär der Müll sozusagen überall verteilt gewesen. Ob das wirklich besser wär, ist die Frage.

Was meinst du, kann man nächstes Jahr besser machen?
CH: Unbedingt den Container in die Mitte rein stellen, dann brauchen wir mehr Aufsichten, vielleicht können das auch Lehrer übernehmen?

Was würdest du der neuen Arbeitsgruppe/dem Stadtrat/dem Oberbürgermeister abschließend noch zu diesem Thema sagen wollen?
CH: Ich finde, dass die Stadt sich mal Gedanken machen sollte, da bei Weiberfasching, am Schlossfest etc. genauso Müll entsteht, aber nein, sie müssen natürlich den jugendlichen das letzte worauf sie sich richtig freuen kaputt machen. In ganz Neuburg gibt es nichts außer das fly, das immer voll ist! Für Jugendliche unter 18 ist das wirklich schwierig, wir können eigentlich nirgends hin, weil – egal wo wir hingehen – müssen wir draußen hocken, was ist dann, wenn es regnet? Sollen wir dann alle zuhause hocken und Däumchen drehen? Außerdem werden, wenn sie das abschaffen, sich die ganzen Schüler in der kompletten Stadt verteilen und dann haben sie nicht ein Ort, der voll mit Dreck ist, sondern eigentlich die ganze Stadt.

Deine Meinung: (Absolventen der Maria-Ward und Paul-Winter Realschulen)

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Ein Interview mit: Sara Hutter, Nuria Fischer, Julia Lehner, David Fischer, Nicolai Neuber und Lucas Pallmann.

Wie habt ihr eure Feiern erlebt?
~ Wir selbst waren nur bis 17:00 Uhr da, wir wollten alle aufs Schlossfest, und wegen den ganzen Bierduschen natürlich vorher nochmal nach Hause, duschen und umziehen. Danach waren dann nur noch Leute von außerhalb oder auch 8. und 9. Klässler da. Insgesamt waren auch viele Leute da, die eigentlich gar nicht feiern wollten und auch nichts getrunken haben, sondern eigentlich nur den Stress gesucht haben. Die Schlägereien, von denen die Presse berichtet hat, waren vielleicht ein paar kleinere Raufereien außerhalb des wesentlichen Geschehens. Was uns auch aufgefallen ist, ist, dass wirklich sehr wenig Security da war, wir haben auf die vielen Schüler gerade zwei Männer vom Ordnungsamt gezählt.
Schade war dann noch, dass der Müllcontainer falsch platziert war, er stand anfangs auf der falschen Wiese und später sogar auf dem Parkplatz vom Brandlbad, dass da niemand wegen nur einen Flasche hinläuft war irgendwie verständlich. Früher, als die Feiern noch am Hofgarten waren, stand der Müllcontainer in der Mitte, da wurden dann der Müll sofort weggeschmissen, und wenn nicht, wurden die Schüler vom Ordnungsamt dazu aufgefordert.

Wenn ihr die Vorfälle in zwei Aussagen knapp zusammenfasst?
~ Es war unser gemeinsames Verschulden, Stadt und Schüler.
~ Die Presse hat sehr übertrieben.

Denkt ihr, nach den „Eskalationen“ war das Verbot sinnvoll?
~ Also im ersten Moment ist es vielleicht schon nachvollziehbar. Allerdings denken wir, dass das langfristig keine Lösung sein kann. Die Schüler feiern trotzdem, egal ob Verbot oder nicht. Die Abschlussschüler werden sich auch bestimmt wieder in der Stadt verabreden. Durch das offizielle Verbot zerklüftet das dann aber alles, alle Feiern gezielt zu stoppen halten wir für nicht realisierbar. Wenn sich dann aber viele Feiernde in der Stadt verteilen, wird der Müll und das Chaos nur noch mehr. Noch dazu kommt, dass bis jetzt auch immer das Jugendparlament dabei war und Wasser und Semmeln verteilt hat, was von Bäckern und Metzgern der Stadt gespendet wurde, das war zwischendurch zum ausnüchtern sehr gut. Solche Aktionen können dann nicht mehr veranstaltet werden.

Wie sah denn bei euch an den Schulen dann das Krisenmanagement aus? Habt ihr etwas unternommen, als klar war, dass die Feiern verboten werden?
~ Ja, also wir an der Maria Ward hatten ein Gespräch mit dem unserem Schulleiter, dem Herrn Kaiser und mit dem Pressesprecher der Stadt, Bernhard Mahler.
~ Bei uns an der Paul Winter Realschule haben wir mit unseren Klassenleitern darüber gesprochen. Am Ende haben wir alle, also beide Realschulen angeboten, den Müll wieder aufzuräumen, aber bis das durchgedrungen ist, hat die Stadt schon aufräumen lassen.

Wenn ihr jetzt ein – wenn auch etwas utopisches – Konzept aufstellen müsstet für die kommenden Jahre, wie würde das aussehen?
~ Auf alle Fälle bräuchten wir einen abgegrenzten Bereich, also egal wo, aber es muss kontrolliert werden können, wer Zutritt zur Feier hat und wer nicht. Da wären wir schon beim nächsten Punkt. Wir brauchen unbedingt mehr Sicherheitspersonal! Zwei Männer für ungefähr 200 feiernde Schüler ist einfach zu wenig, auch wenn ab und an die Polizei vorbeischaut. Am Eingang braucht es dann Alkohol Kontrollen, damit die Jugendlichen unter 18 keinen harten Alkohol einschmuggeln können, und Taschenkontrollen insgesamt wären sinnvoll. Vielleicht verteilt man an den Schulen schon, an die Schüler, die gerade aus dem Prüfungsraum kommen Bändchen, welche einem Zutritt zum Feiergelände verschafft. So kann sichergestellt werden, dass wirklich nur die Schüler feiern, die auch „feierberechtigt“ wären. Denn mit seinen Freunden kann man dann ja mal extra weggehen. Dann wären da natürlich noch die Müllcontainer, diese (mehrere!) sollten taktisch klug aufgestellt sein. Eine große Bereicherung wäre dann noch so etwas, wie eine Ausnüchterungsstation. Direkt angeschlossen an die Station der Sanitäter. Ein festes Ende würden wir auch fordern. Früher am Hofgarten hieß es auch, um 3 Uhr ist Schluss und dann wurden die Schüler nach Hause geschickt, das würden wir uns bei unserem Konzept auch wünschen.

Nun gibt es ja eine Arbeitsgruppe, die sich genau mit diesem Thema beschäftigt, um ein Konzept zu finden. Glaubt ihr, dass das etwas bringt?
~ Erst mal finden wir es super, dass erst mal wieder darüber geredet wird, dass wir wieder feiern dürfen. Allerdings finden wir es sehr schade, dass wir als Schüler total außen vor gelassen wurden. Wir hoffen, dass die Schülersprecher im nächsten Schuljahr mit einbezogen werden.

Wenn ihr unser ganzes Gespräch nun noch mal zusammenfasst, was wollt ihr der Arbeitsgruppe abschließend vielleicht noch mit auf den Weg geben?
~ Das Verbot war eine vorschnelle Entscheidung, warum nimmt man Stellung in der Öffentlichkeit ohne vorher mit uns zu reden?
~ Deswegen würden wir gerne mehr miteinbezogen, wir plädieren darauf, dass in Zukunft die Konzeptplanungen zusammen mit den Schülern stattfindet und nicht über ihren Kopf hinweg.

Deine Meinung: Herr Porada und Frau Graf (Rektor und Konrektorin der Mittelschule Neuburg)

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Wie haben Sie die Feiern der Mittelschüler erlebt? Haben Sie selbst etwas mitbekommen?

Porada: Insgesamt muss man sagen, dass wir hier an der Schule von den Feiern absolut nichts mitbekommen haben. Auch gab es direkt an der Schule keinen Missbrauch von Alkohol, obwohl wir zwei Schüler damit erwischt haben. Die Eskalation an der Brandlwiese haben wir nicht direkt miterlebt, denn diese Veranstaltung ist auch keine Veranstaltung der Schule. An den Ausschreitungen an diesem Tag waren dann vielleicht 20 unserer Schüler beteiligt, wobei man hier keine klare Zahl nennen kann. Gerade durch die terminliche Kollision mit dem Schlossfest konnte man nicht ausmachen, welcher Schüler zu welcher Schule gehört, oder ob die Feiernden nicht sogar von außerhalb kommen. Noch dazu war es an diesem Tag sehr heiß, die Schüler haben ihre letzte Prüfung geschrieben, da fällt dann die ganze Last von ihnen ab, das lädt natürlich zum ausführlichen Feiern ein.

Hätten Sie als OB genauso reagiert oder hätten Sie etwas anderes gemacht?

Porada: Als Rektor dieser Schule sag ich hier eindeutig: Ich habe ihn verstanden! Ich habe mich auch öffentlich bei unserem Oberbürgermeister entschuldigt. Seine Reaktion war also durchaus nachvollziehbar. Hinzu kommt wie eben schon erwähnt das zeitliche Konstrukt aus den Abschlussfeiern und dem Schlossfest. Wäre noch mehr passiert, wäre das von außen sicherlich auch in irgendeiner Weise auf das Schlossfest projiziert, und das hätte das Schlossfest wirklich nicht verdient. Also bestand Handlungsbedarf.

Letzten Dienstag ist im Stadtrat ja beschlossen worden, dass eine Arbeitsgruppe zu diesem Thema eingerichtet wird, dabei sollen neue Konzepte ausgearbeitet werden. Wenn Sie eines vorschlagen könnten, wie würde das aussehen?

Graf: Ich habe erst letztlich von dem Konzept im Ingolstädter Klenzepark gehört, dabei wird vom dortigen Kreisjugendring am Ende des Schuljahrs ein großes Fest veranstaltet, mit Bands, Getränkeverkauf und so weiter. Dafür muss man aber auch Eintritt zahlen. Wenn wir in Neuburg alle anderen privaten Feiern auf öffentlichen Plätzen vermeiden könnten, wäre das vielleicht auch ein gangbarer Weg für Neuburg. Die große Frage ist nur, wie reagieren die Schüler darauf?
In Eichstätt zum Beispiel gibt es solche Feiern gar nicht, aber hier ist das schon zur Tradition geworden. Schüler von der FOS oder BOS kennen es schon von ihrem Abschluss an der Realschule, Mittelschüler, Gymnasiasten sehen es bei älteren Freunden. Es wurde schon lang ein Mechanismus.
Die Frage ist auch, wo wollen wir unser Konzept für die Zukunft ansetzen? Wie kann es sein, dass Jugendliche mit 15 Jahren an Schnaps kommen, und wie können wir es in Zukunft verhindern. Auf die Schnelle hab ich dafür keine Antwort und ich denke, dass es keine leichte Aufgabe wird, zusammen mit allen Institutionen am Ende auf einen gangbaren Weg zu kommen, aber es ist machbar!

Was werden Sie nächstes Jahr anders machen?

Graf: Ansetzen möchte ich vor allem bei der Aufklärungsarbeit. Denn Vorsorge ist immer besser als Nachsorge. Nun sind wir alle in der schmerzlichen Situation, Nachsorge betreiben zu müssen, aber dann ist es wichtig, die Ereignisse richtig auf zu arbeiten.
Natürlich ist das auch abhängig von den Ergebnissen, die wir nächstes Jahr durch Stadtrat, Jugendparlament und der neuen Arbeitsgruppe erfahren werden, aber als erstes möchte ich mir die Eltern mit ins Boot holen. Mit entsprechenden Infobriefen oder Veranstaltungen möchte ich den Eltern auch klarmachen, dass sie für ihre minderjährigen Kinder verantwortlich sind. Denn eins steht auch außer Frage: Die Party an der Brandlwiese nach der letzten Prüfung ist keine schulische Veranstaltung, sondern reines Privatvergnügen. Unsere Feier ist die Absolventenverabschiedung mit Zeugnisübergabe hier im Haus.
Dann darf man aber die Schüler nicht vergessen! Auch hier werden wir mehr Aufklärungsarbeit suchen.

Was wollen Sie dem Stadtrat nun abschließen mit auf den Weg geben?

Graf: Kurz gefasst möchte ich sagen, dass wir jetzt keine vorschnellen Entscheidungen treffen dürfen. Ein runder Tisch am Anfang des nächsten Schuljahres ist schon mal ein guter Anfang. Klar ist nämlich auch, dass wir dieses Problem nur aus der Welt schaffen können, wenn wir miteinander offen reden. Also plädiere ich für eine gute Kommunikation!

Deine Meinung: Johannes Fischer (Schülersprecher BOS) zum Thema „Abschlussfeiern an der Brandlwiese“

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Wie verliefen aus deiner Sicht die Feiern der BOS/FOS?

JF: Unsere Feiern von der BOS/FOS hatten nichts zu tun mit den großen Ausschreitungen am Freitag, wir haben friedlich unseren letzten Prüfungstag gefeiert und danach war die Brandlwiese auch sauber!

Hast du die Ausschreitungen an besagtem Freitag mitbekommen?

JF: Ja, ich habe meine kleine Schwester dort abgeholt, und habe gesehen, wie es dort zuging. Das war schon nicht mehr normal, was da abging. Mit dabei war ich nicht, ich habe also nur eine kurze Momentaufnahme gesehen. Aber ich kann verstehen, dass es nun heißt, so kann es nicht mehr weitergehen. Denn, wenn Jugendliche sich so sehr betrinken, dass sie in die Donau springen, ist es definitiv zu viel des Guten.

Wie hättest du als OB darauf reagiert?

JF: Ich hätte als erstes die Schulleiter der betroffenen Schulen kontaktiert, und die Schüler selbst aufräumen lassen, anstelle wieder Kosten für die Stadt entstehen zu lassen. Vielleicht hätte ich auch nach Auflagen gesucht, ob man den Schülern nicht das Zeugnis verweigern kann, so lange nicht saubergemacht wurde. Jedenfalls hätte ich mich nur an die Schulen gewandt, bei dessen Feiern es auch so übertrieben wurde, und nicht sofort das Feiern für alle verboten.

Die Jugendlichen werden ja in Zukunft trotzdem feiern, sie werden sich einen neuen Platz suchen. Die Stadt will das laut Presse versuchen, einzudämmen. Denkst du, dass das sinnvoll ist?

JF: Ich finde es schwierig. Wenn auf facebook eine Gruppe auf privat oder geheim gestellt wird, und eine Gruppe auf Whatsapp sich privat zusammenschreibt, wie will die Stadt das verhindern oder eindämmen. Und wenn sich dann, sagen wir, 300 Schüler treffen, wie wollen sie das so schnell auflösen. Also ich denke, die Feiern komplett eindämmen zu wollen und komplett zu verhindern, ist der falsche Ansatz, denn feiern tun wir sowieso. Irgendwie finden wir schon einen Weg. Ich selbst mache nächstes Jahr an der BOS mein allgemeines Abitur und werde nicht auf das Feiern danach verzichten.

Als Schülersprecher kennst du die Schüler an deiner Schule und wie sie reagieren. Das Verbot, an jeglichen öffentlichen Plätzen zu feiern gilt ja nun auch für dich und alle anderen Schüler Neuburgs. Habt ihr etwas geplant, gegen das Feierverbot?

JF: Naja, hier haben wir schlichtweg das Problem, dass das Schuljahr für uns schon vorbei ist. Wir sehen uns nicht mehr jeden Tag und was sollen wir da noch groß drüber reden. Unsere Abschlussfeiern sind vorbei, und auch, dass vom Verbot alle Schulen betroffen sind, habe ich erst jetzt mitbekommen. Deswegen finde ich es wirklich super, dass ihr euch für uns einsetzt!

Was würdest du dem Stadtrat abschließend gerne zu diesem Thema sagen wollen?

JF: Wie ich schon gesagt habe, finde ich, dass ein totales Feierverbot nicht die richtige Lösung ist! Leider wirkte es wie eine Affekthandlung, die noch dazu die Falschen trifft. Erstens merken diejenigen, die sich falsch verhalten haben nichts davon, denn sie hatten ihre Feiern schon. Und zweitens trifft es eben nicht nur die Schulen, welche quasi Schuld an der Misere sind, sondern alle.
Ich hoffe für die Zukunft, dass den Jüngeren Absolventen klar gemacht wird, dass es so nicht weitergeht, und dass wir alle friedlich feiern können!

„Deine Meinung“ – neue Reihe der Jungen Union Neuburg

Anfang Juli sorgten die Diskussionen infolge der unkontrollierten Abschlussfeiern auf der Brandlwiese in Neuburg für erhitzte Gemüter und führten letztlich zu einem Verbot von Schulabschlussfeiern auf öffentlichem Grund.

Diesem Sachverhalt hat sich die Junge Union Neuburg angenommen und möchte mit einem neuen Format, welches den Titel „Deine Meinung“ trägt, die Positionen und Eindrücke der verschiedenen Konfliktparteien abholen. Bei diesem Prozess soll keinesfalls eine Schuldzuweisung gegenüber einer Seite, das Ergebnis sein. Vielmehr soll eine konstruktive Gesprächsgrundlage für künftige Debatten gelegt werden um hieraus eine für alle Seiten tragbare und zufriedenstellende Lösung zu erarbeiten.

In einem ersten Video der JU Neuburg, bittet unsere Ortsvorsitzende Marie-Luise Stadler um eure Meinungen. Neben den Einsendungen zum Thema Abschlussfeiern sind selbstverständlich auch Beiträge zu anderen Thema willkommen.

Das Einführungsvideo zu „Deine Meinung“ kann auf den Onlineauftritten (Facebook und YouTube) abgerufen werden. Daneben werden in den kommenden Tagen ebenfalls die oben beschriebenen Standpunkte der einzelnen Beteiligten veröffentlicht. Die JU Neuburg freut sich auch über eure Meinung!

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Die JU Neuburg zu Besuch in der deutschen Hauptstadt

Auf Einladung des Bundestagsabgeordneten Dr. Reinhard Brandl und unter der Organisation des stellvertretenden Ortsvorsitzenden der CSU Neuburg – Benjamin Machel – reisten rund 50 Mitglieder der JU-Kreisverbände Neuburg, Ingolstadt und Eichstätt zwischen dem 11.06. und 14.06. in die deutsche Hauptstadt.

Mit Blick auf die kulturellen und historischen Aspekte von Berlin standen verschiedene interessante Besichtigungen auf dem Programm. Hierzu zählte u.a. ein Besuch im deutschen Bundestag, dem Bundesverteidigungsministerium, Schloss Bellevue mit dem Bundespräsidialamt und der bayrischen Vertretung in Berlin. Eine Stadtrundfahrt und eine Rundfahrt auf der Spree rundeten den Besuch ab.

Der Aufenthalt konnte zusätzlich für einen harmonischen und konstruktiven Austausch zwischen den drei Kreisverbänden genutzt werden, sodass die politische Jugend der CSU voller Tatendrang in den kommenden Wahlkampf für die Bundestagswahl im September 2017 startet.IMG_143920170612_14470520170611_215551